Apropos Pferd 2026: Was wir aus Wiener Neustadt mitgenommen haben
Gespräche mit Besitzerinnen und Besitzern, Tierärztinnen und Tierärzten sowie Kliniken, eine Stute bei Linz und die Frage, wie regenerative Therapie in Österreich im Stall ankommt.
Ein Tag auf der Apropos Pferd in Wiener Neustadt, am Freitag, 2. Oktober. Sportliche Spitzenleistungen, Showeinlagen, die man nicht so schnell vergisst, und vor allem: Menschen. Züchterinnen und Züchter, Besitzerinnen und Besitzer, Praxisteams, Kliniken, Verbände, Versicherungen. Die Gespräche an diesem einen Tag waren mehr, als wir zählen konnten.
Was uns davon am meisten geblieben ist, sind keine Messezahlen. Es sind die Fragen, die immer wieder kamen.
Was Pferdebesitzerinnen und Pferdebesitzer bewegt
Wer ein Pferd mit Sehnen- oder Gelenkproblemen hat, kennt den Kreislauf: Diagnose, Pause, Hoffnung, Rückschlag. Viele wünschen sich Möglichkeiten, die das Pferd nicht zusätzlich belasten. Dazu gehört auch der Transport in die Klinik, der für Pferd und Besitzerin oder Besitzer Stress, Zeit und Organisation bedeutet.
Ein Thema kam besonders oft auf: körpereigene Zellen. Viele Zelltherapien arbeiten mit Präparaten, die von anderen Pferden stammen. Eine autologe Therapie mit Fettstammzellen des eigenen Pferdes ist für viele die naheliegendere Vorstellung, nach unserem Eindruck aber in Österreich bisher kaum verfügbar.
Was Tierärztinnen und Tierärzte brauchen
Aus der Praxisperspektive klang es nüchterner, aber deckungsgleich. Eine Behandlung muss mobil sein, den Praxisalltag nicht sprengen und sich ohne großen Aufwand integrieren lassen. Wer auf Stallbesuch fährt, braucht Lösungen, die im Auto Platz haben und kein halbes Labor voraussetzen.
Genau dafür wurde EquiCell entwickelt. Aus einer kleinen Fettgewebeprobe, meist am Schweifansatz, entsteht in unter fünf Minuten ein Zellkonzentrat, direkt im Stall oder in der Praxis. Es braucht dafür weder Enzyme noch eine Zentrifuge noch ein externes Labor. Das Pferd bekommt eine leichte Sedierung und eine lokale Betäubung, keine Vollnarkose. Anschließend injiziert die Tierärztin oder der Tierarzt das Konzentrat gezielt in die betroffene Struktur.
Die Stute bei Linz
Die Geschichte dieser Stute begann nicht auf der Messe, sondern schon deutlich früher auf Social Media. Der Besitzer aus dem Raum Linz schrieb uns an. Seine Stute, eine 18-jährige Quarter-Horse-Stute, hatte einen Defekt an der Beugesehne an der Rückseite des Unterfußes, und er suchte nach Möglichkeiten für sein Pferd.
Vier Tage nach der Messe, am Dienstag, konnten wir die Stute gemeinsam mit einem erfahrenen veterinärmedizinischen Team behandeln. Die Zellen wurden direkt in die Sehne injiziert, im Stall und ohne Transport.
Es war die erste Behandlung mit EquiCell auf österreichischem Boden. Wie sich die Stute entwickelt, begleiten wir und berichten gern weiter. Für uns ist sie ein wichtiger Anfang und zeigt, dass der Weg vom ersten Kontakt bis zur Behandlung im Stall in Österreich funktioniert.
Wie es in Österreich weitergeht
Die Gespräche in Wiener Neustadt haben uns bestärkt: Österreich bietet viel Raum, regenerative Therapie für Pferde breit zugänglich zu machen. Wir gehen das schrittweise an. Nach den ersten Behandlungen und den ersten Kontakten zu interessierten Tierärztinnen und Tierärzten wollen wir EquiCell in der nächsten Zeit gemeinsam mit Partnern vor Ort einführen. Ziel ist, dass immer mehr Pferdepraxen diese Behandlung anbieten können.
Wenn Sie sich angesprochen fühlen
Sie sind Tierärztin oder Tierarzt in Österreich und möchten die Methode live sehen? Sie haben ein Pferd mit Sehnen-, Gelenk- oder Lahmheitsproblemen und möchten wissen, ob das ein Weg sein kann? Dann melden Sie sich bei uns. Einen unverbindlichen Demo Day bieten wir direkt bei Ihnen vor Ort an: regmed-vet.com/demo-day
Danke an alle, die uns in Wiener Neustadt ihre Zeit, ihre Geschichten und ihre Skepsis geschenkt haben. Beides war wertvoll.
Ob und für welche Indikation eine Behandlung sinnvoll ist, entscheidet die behandelnde Tierärztin bzw. der behandelnde Tierarzt nach Untersuchung.